Vorschau

DJK Seugast – SpVgg Windischeschenbach

Sonntag, 17. Oktober 2021 – 15:00 Uhr

Zum Ende der Vorrunde empfängt die DJK Seugast den Tabellendritten SpVgg Windischeschenbach. Die Gäste mussten am Vorsonntag mit 1:2 eine unerwartete Heimniederlage gegen den SVSW Kemnath/Stadt hinnehmen und demzufolge den zweiten Tabellenplatz, den sie bis dahin belegt hatten, dem TSV Reuth überlassen. Seugast hingegen hat drei Punkte am „grünen Tisch“ erhalten, nachdem der SV Kulmain II am Vorsonntag die Partie wegen Spielermangel kurzfristig absagen musste, woraufhin das Match – regelkonform per Sportgerichtsurteil – mit 2:0 für die DJK gewertet worden ist. Seugast konnte somit – ohne eigenes Zutun – seine Tabellenführung auf sechs Punkte ausbauen, die es nun im Topduell des 13. Spieltags zu behaupten gilt.

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Dabei kann die Partie wohl zu Recht als sogenanntes Sechs-Punkte-Spiel eingeordnet werden: Windischeschenbach kann im Falle eines Auswärtssieges den Rückstand zur Tabellenspitze auf fünf Punkte einhegen – und somit seinen Traum von Meisterschaft und Direktaufstieg wohl noch bis auf weiteres träumen. Andernfalls jedoch droht der Elf von Spielertrainer Alexander Benner ein böses Erwachen. Im Fall einer Niederlage würde der Rückstand zur Tabellenspitze bereits auf elf Punkte anwachsen, wodurch sich die SpVgg – bestenfalls vorübergehend – aus dem Meisterschaftsrennen in der Kreisklasse West verabschieden dürfte. Da Seugast selbst im Fall einer Niederlage mit mindestens drei Punkten Vorsprung Tabellenführer bleiben würde, ist auch klar, bei welchem der beiden Kontrahenten der Druck des „Gewinnen-Müssens“ am Sonntag größer ist. Ungeachtet dessen werden die Hausherren am Sonntag natürlich alles daransetzen, damit die Punkte in Seugast bleiben, zumal sich die Mannschaft insofern auch ihren treuen Fans, die nach dem Abpfiff in der Sportheimgasstätte zünftig Kirwa – und das am besten in Kombination mit einem Heimsieg – feiern wollen, verpflichtet fühlt.

Windischeschenbach stellt mit bislang elf Gegentreffern die zweitbeste Abwehr der Kreisklasse, aber auch die Offensivabteilung der Gäste kann sich mit 28 Toren, die sie bis dato in zwölf Spielen erzielt hat, durchaus sehen lassen. Dabei fällt auf, dass der Windischeschenbacher Torschütze vom Dienst, Michael Bachmeier (23 Treffer in 18 Spielen in der „Corona-Abbruchsaison“ 2019/20), bislang erst viermal zum Einsatz gelangt ist, wobei über die Gründe hierfür in Seugast nichts näheres bekannt ist. Dem „Hörensagen“ nach soll der Goalgetter an einer langwierigen Knieverletzung laborieren, die ihn zur Pause zwingt.

Anlässlich seiner vier Einsätze hat Bachmeier erwartungsgemäß vier Tore zum entsprechenden Guthaben der Gäste beigesteuert. Die anderen Treffer der SpVgg teilen sich Andreas Kische (5), Frank Eckl und Michael Horn (jeweils 4), Alexander Benner (3) sowie sieben weitere Spieler mit je einem Torerfolg (zzgl. einem Eigentor des Gegners aus der Partie gegen den TSV Pressath). Eine Lesart dieser Statistik wäre wohl die Schlussfolgerung, dass die SpVgg anno 2021 über keinen ausgewiesenen Torjäger (mehr) verfügt. Umgekehrt interpretiert, wird aber ebenso ein Schuh daraus: Zwölf verschiedene Torschützen deuten darauf hin, dass von nahezu jedem Spieler der SpVgg potenzielle Torgefahr ausgeht, was die Aufgabe für die Seugaster Defensive auch nicht gerade leichter macht.

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Das Prädikat Spitzenbegegnung verdient das Match am Sonntag in Seugast u. a. auch deshalb, da dabei die beste Heimmannschaft (DJK Seugast, 18 Punkte aus sechs Spielen) auf die beste Auswärtsmannschaft (SpVgg Windischeschenbach, 16 Punkte aus sechs Spielen) der Kreisklasse West trifft. Für Trainer Abdel-Haq indessen sind die ganzen theoretischen Vorüberlegungen bloßer Zierrat, bzw. eine Spielerei für die Medien (oder für die Schreiberlinge diverser Vereinshomepages). Viel lieber hält es der Seugaster Coach daher mit der tradierten Fußballweisheit von „Adi“ Preißler, dem legendären Rekordtorschützen der Dortmunder Borussia. Der zufolge „is im Leben alle Theorie grau – aber entscheidend ist auf´m Platz“. Übersetzt ins Hier und Jetzt bedeutet dies für Abdel-Haq, dass seine Mannschaft einzig und allein auf sich selbst schauen soll. Nur wenn es gelingt, das in dem Team zweifelsohne vorhandene Potenzial am Sonntag nach dem Anpfiff auf den Platz zu bringen, besteht eine Chance dafür, die Punkte in Seugast behalten zu können. Dafür muss allerdings alles passen – von der Aufstellung bis hin zur Einstellung eines jeden Spielers in den Reihen der DJK.

Gut beraten wäre das Team um Kapitän Tobias Oheim demnach, würde es sich von den marktschreierischen Begleitumständen – Topduell, Spitzenspiel, Showdown, Kirwaheimspiel etc. pp.  – nicht verrückt machen lassen, zumal Blütenträume im Sinne von „Was wäre wenn ...?“ selten hilfreich sind. Und in der Tat: Bei Lichte betrachtet, hat Seugast nichts zu verlieren. Die DJK kann vielmehr unbeschwert aufspielen. Getreu dem Motto von Abdel-Haq, das dieser zu Saisonbeginn ausgegeben hat, sollte es die Mannschaft auch Windischeschenbach maximal schwer machen, Punkte aus Seugast mitzunehmen. Mit dieser Einstellung ist Seugast bislang sehr gut gefahren. Es besteht daher auch keinerlei Veranlassung für das Match am Sonntag daran etwas zu ändern. Und: Die DJK hat keinerlei Titelambitionen – genießt aber gleichwohl die Aussicht von der Tabellenspitze! Die Fans dürfen sich daher schon einmal auf eine spannende Auseinandersetzung am Kirchweihsonntag in Seugast freuen. Dabei hätte wohl niemand etwas dagegen, würde es wieder zu einem ähnlich rassigen und spannungsgeladenen Match, wie es beim 5:5 anlässlich des letzten Gastspiels der SpVgg in Seugast am 01.09.2019 den Zuschauern geboten worden ist, kommen.

Reinhold Koppmann

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