Spielbericht

Auswärtsdreier in Neusorg – SG rettet Sieg über die Zeit

Samstag, 19. August 2023

Normalerweise verbietet sich ein Vergleich zwischen der Bundesliga und der Kreisklasse von selbst. Dennoch treffen gewisse „Binsenweisheiten“ im Fußballsport gleichermaßen zu – egal ob Bundesliga oder B-Klasse. Wenn also beispielweise Gladbachs neuer Mittelstürmer, Tomas Cvancara, in der Nachspielzeit (90 + 7) am Samstag beim FC Augsburg den 4:4-Ausgleichstreffer erzielt und anschließend zu der Feststellung gelangt, dass man bei vier Auswärtstoren eigentlich gewinnen muss, so trifft dies natürlich gleichermaßen auf die SG Seugast/Schlicht zu, denn auch die hat vier Treffer in Neusorg erzielt. Allerdings nur drei Tore durch den SV zugelassen, womit der angestrebte Auswärtsdreier perfekt war. Dennoch mussten die Fans der SG, die die weiter Reise nach Neusorg (50 km einfache Fahrtstrecke) mitgemacht hatten, bis zum Schluss zittern: Zu verunsichert agierte die Abwehr der Kreuzer-Elf, wobei die 0:7-Klatsche, die man am Vorwochenende gegen Mantel erhalten hatte, (scheinbar) noch am Nervenkostüm der Akteure zerrte. Gegenüber dem „Mantel-Spiel“ fehlte verletzungsbedingt Paul Schönberger. Jiri Roztocil und Daniel Ritz standen hingegen wieder zur Verfügung und wurden vom Coach Kreuzer in die Anfangsformation berufen. Mane Ströhl nahm daher – zunächst einmal – auf der Bank Platz. Letztmals fehlte auch urlaubsbedingt Co-Trainer Brinster.

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Seugast/Schlicht kam gut ins Spiel und erzielte bereits in der 17. Spielminute das 1:0 durch David Smolak, der sich nach Zuspiel im Laufduell gegen seinen Bewacher durchsetzte und am gegnerischen Torwart vorbei einlochte. Neusorg antwortete jedoch postwendend: In der Abwehr wurde ein weit geschlagener Ball nicht richtig eingeschätzt, wodurch eine „zweite Abwehraktion, mit der nachgefasst werden musste“ – leider in Form von Foulspiel – einen Freistoß hart an der Strafraumgrenze zur Folge hatte. Den verwandelte Christopher König von den Hausherren, indem er den Ball aus ca. 17 Metern geschickt über die Mauer hob, wo er sich senkte und auf halber Höhe im linken Eck landete.

Aber auch Seugast/Schlicht blieb die Antwort nicht lange schuldig. Denn nur fünf Minuten später hob wiederum Smolak zu einem seiner vielen Dribblings, die er in diesem Spiel hatte – dem eine Balleroberung durch Jonas Roider und ein Paßspiel von Dolezal vorangegangen war – an. Bei diesem war er nur noch durch ein Foulspiel zu bremsen. Den Freistoß führte Jakub Dolezal aus. Und auch er zirkelte den Ball – gleichermaßen gefühlvoll wie platziert – aus ca. 20 Metern in die linke Ecke. Kurze Zeit später schloss Smolak einen langen Ball zu zentral ab, sodass TW Wedlich vom SV eine Fußabwehr möglich wurde, weswegen es beim 2:1-Pausenstand für die SG blieb.

Unmittelbar nach dem Seitenwechsel verletzte sich Felix Lehner (ohne Fremdeinwirkung), sodass er den Platz verlassen musste. Für ihn kam Mane Ströhl im Mittelfeld der SG in die Partie. In der 50. Minute glich der SV erneut aus, wobei die SG-Abwehr auch hier wiederum nicht gut aussah, weswegen der quirlige Christopher König seinen Doppelpack schnüren konnte: Er gelangte nach einem Doppelpaß an den Ball und konnte von links in den Strafraum eindringen und aus relativ kurzer Distanz mit einem platzierten Schuss erfolgreich abschließen.

In der 61. Minute war Smolak bei einem Solo, dem ein schnell ausgeführter Freistoß von Oheim vorangegangen war, abermals nur durch Foulspiel, das sich dieses Mal allerdings im Strafraum ereignete, zu stoppen. Den fälligen Elfer setzte Youngster Jonas Roider – in Manier eines erfahrenen Oldie-Spielers – nervenstark und abgeklärt in die Maschen, wobei es für Wedlich nichts zu halten gab. Und nur zehn Minuten später war es Jakub Dolezal, der im Strafraum der Gastgeber elfmeterreif von den Beinen geholt wurde. Diese Mal trat Jiri Roctocil vom Punkt aus an, wobei er Wedlich auf den falschen Fuß erwischte, weswegen es auch reichte, dass er den Ball nur relativ knapp an dessen linker Seite (vom Schützen aus gesehen) vorbei in die Maschen schoss.

Die Spieler des SV stritten sich zwar daraufhin (in einer Trinkpause) lautstark, gaben aber trotzdem nicht klein bei. Und Seugast/Schlicht tat den Neusorgern abermals den Gefallen, sie ins Spiel zurückzubringen, indem die Abwehr in der 74. Minute bei einem Kopfballtreffer von Küfner erneut nicht im Bilde war. Fast überflüssig zu erwähnen, dass es zuvor abermals nicht gelungen war, den Ball sauber zu klären. Seugast musste daher noch 20 Minuten (inklusive Nachspielzeit) zittern, ehe der gewohnt souverän leitende Schiri Wilhelm Hirsch ein Einsehen hatte und die Partie, sehr zur Erleichterung des Seugaster Anhangs, abpfiff. Die Spieler der SG hatten bis zum Schluss durch Einsatz aller Kräfte bei hochsommerlichen Temperaturen zu leiden und verließen daher völlig ausgepumpt den Platz.

Erwähnenswert sind noch die Einwechselungen von Julian Götz (64. Minute) und dem jungen Tobias Post vom FC Schlicht (in der 75. Minute). Für sie verließen Paul Dotzler und Jonas Roider das Feld. Nachdem bereits zu Beginn des Berichts der ganz große Vergleich gewählt worden ist, soll ein solcher auch zum Abschluss folgen: Der Kicker bezeichnete die eingangs erwähnte Bundesligapartie als „wild-west-würdige Schießerei“, die sich die beiden Erstligisten geliefert hätten. Nun, auch dieses Bild passt für die Kreisklassenpartie, wie sie vergangenen Samstag zwischen dem SV Neusorg und der SG Seugast/Schlicht stattgefunden hat – mit dem glücklicheren (aber nicht unverdientem) Ende für die Elf von Oliver Kreuzer.

Reinhold Koppmann

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Fotos: Florian Siegert

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