Spielbericht

Dritter Sieg in Folge – Seugast schließt zur Tabellenspitze auf

Mit ihrem dritten Sieg in Folge hat die DJK Seugast am vergangenen Wochenende zur Tabellenspitze in der A-Klasse Nord aufgeschlossen. Ursächlich hierfür war der Umstand, dass der bisherige Tabellenführer – die DJK Ammerthal – in seinem Heimspiel am Freitagabend zur Überraschung der Konkurrenz nicht über ein dürftiges 1:1-Unentschieden gegen den SV Michaelpoppenricht hinausgekommen ist. Wer also glaubte, es würde sich quasi um ein Alleinstellungsmerkmal der DJK Seugast handeln, dass sich die Mannschaft in Spielen gegen Teams aus dem hinteren Tabellendrittel besonders schwer tut, der sah sich getäuscht: Auch andere Spitzenteams lassen im Vergleich mit Mannschaften aus dem Erdgeschoss bzw. gar aus dem Keller der Tabelle gelegentlich Federn. Wenn man so will, menschelt es also in der A-Klasse Nord, wonach die Stärkeren die Schwächeren gelegentlich mitkommen lassen. Zweifelsohne hat die DJK Seugast aber ein ganz besonderes „Talent“, wenn es sich darum handelt, „Geschenke“ an die Kellerkinder der A-Klasse zu verteilen. In diesem Zusammenhang sei nur kurz an den Saisonstart (zwei Unentschieden gegen Kümmersbruck und Traßlberg) erinnert. Und, am vergangenen Sonntag wäre es beinahe schon wieder so weit gewesen:

80 Minuten lang hatte sich Seugast zu Hause vergeblich gemüht, gegen den Tabellenneunten ESV Amberg in Führung zu gehen, wobei beste Chancen leichtfertig vergeben worden sind. Die Seugaster Fans haderten daher bereits mit dem Unvermögen ihres Teams, glaubten sie doch – angesichts der mangelhaften Chancenverwertung, die sie bis dahin zu sehen bekommen hatten – schon nicht mehr an einen Heimsieg. Tomas Sindelar erwies sich dann allerdings als Spielverderber für die Eisenbahner, als er einen von rechts durch Patrick Grünbauer geschlagenen Eckball per platziertem Kopfstoß zum nicht mehr für möglich gehaltenen Siegtreffer im Gehäuse der Gäste versenkte.

Dabei hatte die Partie bis dahin einen eher kuriosen Verlauf genommen, zumal der Tabellenneunte bereits zweimal auswärts in Führung gegangen war. So kam Michael Maafi schon in der fünften Spielminute völlig freistehend zu einem Kopfball, mit dem er Torhüter Jakusevic keine Abwehrchance gelassen hat. Seugast konnte zwar nahezu postwendend (siebte Spielminute) durch einen überlegten Schuss von Eugen Baumbach ausgleichen, musste jedoch bereits schon in der 16. Spielminute die erneute Gästeführung hinnehmen: Michael Serafin gelangte nach einem Angriff des ESV über links – ebenfalls völlig freistehend – zum Abschluss und ließ sich dabei nicht zweimal bitten: erneut war Jakusevic ohne Abwehrchance, nachdem zuvor die Innenverteidigung ihre Ordnung verloren hatte. Somit hatten bereits nach einer Viertelstunde justament die beiden Stürmer des Gegners getroffen, vor deren Torjägerqualitäten in der Vorberichterstattung zu dieser Partie gewarnt worden war.

Der DJK gelang es jedoch abermals prompt – weil nur eine Minute später –„zurückzuschlagen“: Seugast ging ungestüm – weil wütend – in die Offensive, wobei mehrere Schüsse an der Strafraumkante geblockt worden waren, ehe der Ball zu Sindelar gelangte, der die Lücke erspähte und mit Bedacht ausglich. Sodann hatten die beiden Angriffsreihen jedoch ihr Pulver verschossen und es blieb bis zur Halbzeit beim Unentschieden, wenngleich Seugast noch gute Chancen hatte (u. a. ein Kopfball an die Latte), diese jedoch nicht mehr verwerten konnte.

Zur Pause kam Markus Lang für den angeschlagenen Daniel Seegräber in die Partie. Der ESV indessen zog sich bei Ballbesitz der DJK weit zurück und verlegte sich voll und ganz aufs Kontern, womit die Mannschaft durchaus Gefahr ausstrahlte, hatten doch Maafi und Serafin ihre Abschlussqualitäten schon eindrücklich unter Beweis gestellt. Gleichzeitig hatten sie mit dem „bulligen“ Marcel Forster einen Spieler in ihren Reihen, der weite Bälle vorne festmachen oder aber – im Bedarfsfall – per Direktspiel weiterleiten und somit die Stürmer des ESV gefährlich in Szene setzen konnte.

Seugast konnte daher nicht völlig aufmachen, was zur numerischen Überlegenheit der Gäste in deren eigener Hälfte führte. Die Offensive der DJK musste somit nach vorne viel arbeiten, was an den physischen und mentalen Kräften der Spieler – mit dem Ergebnis mangelnder Konzentration beim Abschluss sowie zunehmender Unzufriedenheit mit dem Spielstand – zehrte. Die klarsten Chancen vergab die DJK allerdings erst nach Führung durch Sindelar, als die Gäste gezwungen waren, „aufzumachen“.

Hierüber wirft der Chronist jedoch jetzt einmal den Mantel des Schweigens – selbst in der Bundesliga werden Woche für Woche klare Chancen vergeben. Die Mannschaft sollte sich jedoch schon einmal ernsthaft hinterfragen, warum sie sich regelmäßig gegen vermeintlich leichte Gegner so schwer tut!? Gegen den ESV half zum Schluss – wie schon gegen Michaelpoppenricht gesehen – das Glück, als die Gäste nur den Pfosten trafen. Irgendwann allerdings, wird dieses Glück aufgebraucht sein, und es droht eine Bauchlandung.

Reinhold Koppmann

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