DJK-Aktuell

Sommerloch: Die Zukunft dem Mähroboter?

Donnerstag, 25. Juli 2019

Wäre ein Mähroboter nicht ideal für einen Platzwart: Ladestation aufbauen, Roboter arbeiten lassen, Platzwart Bierchen trinken lassen und der Rasen ist perfekt gemäht. Ja überhaupt bräuchte man keine Platzwarte mehr, lässt sich doch alles smart per „Robo-App“ steuern. Das wäre doch eine wunderbare Anschaffung für die DJK Seugast, oder?

Gut, wer mich kennt, würde sich wundern, käme jetzt kein lautes „Nein“. Kommt es auch: Nein, ein Mähroboter könnte weder einen Platzwart ersetzen noch würde man dem Rasen etwas besonders Gutes tun – je nach Ausgangssituation: Auf einem Bolzplatz, der zu selten gemäht wird, wäre sein Einsatz gar nicht mal so verkehrt auf Grund des regelmäßigen Schnittes. Unserem Sportplatz hingegen würde man nichts Gutes tun, da er ohnehin ein- bis zweimal pro Woche mit einem Spindelmäher geschnitten wird.

Ein Spindelmäher? Was ist das eigentlich und was unterscheidet ihn von einem „normalen“ Sichelmäher, nach dessen Prinzip auch ein Mähroboter arbeitet? Der Spindelmäher wurde bereits 1827 in England erfunden und ist quasi der älteste Rasenmäher, den man auch handbetrieben aus Kleingärten kennt. Hierbei gleiten die 5 bis 11 Messer, aus denen eine Spindel besteht, über einem sich knapp über dem Rasen befindlichen Gegen- bzw. Untermesser. Der Rasen wird an den Kanten zwischen Spindel und Untermesser wie bei einer Schere sauber abgeschnitten und nicht wie bei einer Sichel abgehackt. Das Ergebnis ist ein glatter Schnitt ohne Ausfransen der Gräser, was zum Austrocknen und zur Anfälligkeit von Krankheiten führen würde.

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Aber auch eine präzise Schnitthöhe ist auf Grund konstruktiver Merkmale (die Mäheinheiten laufen auf breiten Rollen oder Kufen über die gesamte Schnittbreite) nur bei Spindelmähern möglich, was überhaupt erst ermöglicht, das Gras ohne Auftreten von Kahlstellen relativ kurz zu schneiden. Weitere Vorteile: Nur beim Spindelmäher kann nasses Gras gemäht werden, nur der Spindelmäher kann dichtes Gras schneiden, nur beim Spindelmäher wird das Schnittgut gleichmäßig auf dem Rasen verteilt und kann meist liegen gelassen werden.

Wären die Mähroboterhersteller ehrlich, dann würden sie in diversen Werbevideos ihre Roboter auch wenigstens auf denjenigen Rasenflächen zeigen, die damit auch „gemäht“ worden sind. Stattdessen erkennt man am gleichmäßigen Streifenmuster und am perfekten Schnitt, dass hier ganz sicher kein Roboter im Einsatz war, weil ein Muster nur durch Einsatz von Spindelmähern entsteht.

Die Nachteile eines Spindelmähers sollen aber auch erwähnt werden: Hohe Anschaffungskosten (neu: ab 30.000 €) und leichte Beschädigung des Mähwerkes durch Gegenstände (Steine, Kiefernzapfen, Äste) sprechen gegen ihn, was jedoch durch verantwortungsvollen Umgang relativiert werden kann, da ein Spindelmäher von sich aus als ein sehr hochwertiger Rasenmäher konstruiert ist und entsprechen lange halten kann.

Zurück zum Mähroboter. Abgesehen von der schlechteren Schnittqualität benötigt ein Mähroboter auch Unterhalt: Es müssen regelmäßig (laut eines Nachbarvereins fast wöchentlich) Messer getauscht werden, um einen akzeptablen Schnitt zu erhalten. Es muss das Spielfeld freilich auf Hindernisse abgesucht und diese müssen beseitigt werden. Der Mähroboter muss regelmäßig gereinigt werden. Weitere Probleme kann das Begrenzungskabel bringen, das im Spielfeld verläuft und beim Aerifizieren des Bodens beschädigt werden kann. Es ist also keineswegs ein Rundum-Sorglos-Paket.

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Im Gegensatz dazu ist das Mähen des Spielfelds mit einem kleinen Spindelmäher mit 1,80 Metern Schnittbreite in 40 Minuten erledigt, wobei der Platzwart dabei jede Stelle „seines“ Platzes sieht und entscheiden kann, ob beispielsweise Beregnen oder Düngen notwendig ist oder Rasenerkrankungen vorliegen. Darüber kann weder eine „Robo-App“ noch ein Außenstehender entscheiden – das sind ebenfalls Aufgaben eines Platzwartes. Ohnehin kann ein Roboter auch keinen Außenbereich mähen, er kann nicht düngen, nicht vertikutieren, und er kann auch nicht nach einer längeren Schnittpause eingesetzt werden. Ein Rasentraktor ist also unabdingbar.

Auch die Anschaffungskosten pro Sportplatz für automatisiertes Mähen mit etwa 10.000 € sind kein Schnäppchen und dass die eher „kunststofflastige“ Mechanik und die Akkus eines Roboters so lange halten wie ein solider Aufsitzspindelmäher (30 Jahre), darf bezweifelt werden.

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Florian Siegert

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