Spielbericht

Seugast gewinnt in der Höhle des Löwen – Auswärtssieg beim Spitzenreiter

Am siebten Spieltag in der A-Klasse Nord musste die DJK im Nachbarschaftsderby beim Tabellenführer, dem FC Kaltenbrunn, antreten. Die Gastgeber hatten bereits 15 Zähler auf ihrem Konto, wobei sie sich ihre bis dahin einzige Saisonniederlage bereits am ersten Spieltag beim 2:3 in Ammerthal eingefangen hatten. Anschließend startete der FC eine beeindruckende Serie von fünf Siegen. Dabei sind u.a. so starke Teams wie der Absteiger SV Etzelwang (3:1), der FC Freihung (3:0) sowie die SG Gebenbach III auswärts (2:1) „abgefertigt“ worden, was die Übernahme der Tabellenspitze für Kaltenbrunn zur Folge hatte.

Indessen hatte der Tabellenfünfte aus Seugast zwar noch kein Spiel verloren, war aber dennoch schon sechs Punkte hinter dem Tabellenführer zurück, wofür drei Unentschieden (sowie zwei Siege bei einem Spiel weniger) ursächlich waren. Zuletzt hatte die DJK zuhause gegen Ammerthal nur 0:0 gespielt, wobei man sich in Seugast einig war, in dieser Partie mit einem blauen Auge davongekommen zu sein (siehe hierzu den entsprechenden Spielbericht). Im Falle einer Niederlage hätte Seugast demnach bereits neun Punkte Rückstand auf die Tabellenspitze gehabt und wohl den Kontakt zum vorderen Tabellendrittel verloren. Dieser Entwicklung wollten Trainer Gabi Schimon und seine Schützlinge jedoch mit allen Kräften entgegenwirken – in dem Wissen, dass ansonsten eine „langweilige“ Saison, in der man im Mittelfeld der Klasse herumdümpeln würde, gedroht hätte.

Dabei waren die Vorzeichen, unter denen die DJK in Kaltenbrunn anzutreten hatte, keineswegs gut. Zum einen war da die schlechte Erinnerung an das letzte Spiel in Kaltenbrunn, das für Seugast am 31.10.2015 eine „Klatsche“ (5:1 für den FC) zur Folge gehabt hatte. Allerdings befanden sich am vergangen Sonntag mit Patrick Pushard, Tobias Oheim und Felix Lehner nur noch drei DJKler im Aufgebot, die bereits im Oktober vor drei Jahren im Seugaster Team gewesen sind (zur Erinnerung: Sven Steiner erzielte seinerzeit als Einwechselspieler den Ehrentreffer für die DJK). Insofern spielte dieses Ereignis für das aktuelle Spiel wohl keine wichtige Rolle mehr. Weit schwerer wog da schon der Umstand, dass mit Markus Lang, Heinrich Schill, Jiri Roztocil, Stefan Schote und Michael Dotzler bereits fünf Akteure aus den verschiedensten Gründen aus dem ohnehin schon kleinen Seugaster Kader am vergangen Sonntag nicht zur Verfügung gestanden sind. Ersatztorwart Patrick Pushard, Sven Steen und Adrian Graf hatten daher reichlich Platz auf der Seugaster Bank, wo ansonsten zumeist dichtes Gedränge herrscht.

Die zahlreichen Ausfälle hatten jedoch einen Effekt zur Folge, der sich relativ häufig im Mannschaftssport beobachten lässt: Die verbliebenen Akteure rückten eng zusammen und wurden zu einer „verschworenen Gemeinschaft“. Die Seugaster Fans merkten daher sofort, dass mit ihrer DJK eine Mannschaft das Feld betreten hatte, die wild entschlossen war, dem Spitzenreiter Paroli zu bieten. Seugast legte von Beginn an eine kämpferische Gangart an den Tag und ging konzentriert zu Werke. Die Abwehr machte dicht und nach vorne wurden Konter „gefahren“. Dabei strahlte das Sturmspiel der Seugaster ungleich mehr Gefahr aus, als dies noch zuletzt gegen Ammerthal der Fall gewesen war. Gabi Schimon, der sich erkennbar viel für dieses Spiel vorgenommen hatte, war es sodann vorbehalten, bereits in der 20. Spielminute das spielentscheidende 1:0 für die DJK zu erzielen. Dabei vollbrachte der Seugaster Spielertrainer einen wahren Kunstschuss, als er den Ball aus einem nahezu unmöglichen Winkel nahe dem rechten Toraus über den verdutzten FC-Keeper Hans Wagner, der schulbuchmäßig den kurzen Pfosten seines Gehäuses abdeckte, hinweg ins lange linke Toreck zirkelte (siehe hierzu die folgenden Bilder).

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Kaltenbrunn war sichtlich beeindruckt und reagierte mit ungestümem und wütendem Angriffsspiel, wobei Trainer Stefan Stubenvoll sein Team von der Seitenlinie aus immer wieder lautstark nach vorne „peitschte“. Die Seugaster Abwehr, deren Akteure sich – wieder einmal – Höchstnoten verdienten, verteidigte jedoch äußerst wirkungsvoll, so dass die Gastgeber zu keinen nennenswerten Chancen kamen. Roman Schmidt nahm den bulligen Sturmführer des Gastgebers, Bonito Agbemavi, der die Torjägerliste der A-Klasse bis dahin mit sechs Treffern angeführt hatte, komplett aus dem Spiel. Die beiden quirligen Außenstürmer des FC, Taiwo und Kehinde Adelusi, waren bei ihren hoch konzentrierten Gegenspielern Thomas Wurzelbacher und Patrick Grünbauer ebenfalls in „sehr guten Händen“ und konnten daher keine entscheidende Gefahr für das Seugaster Gehäuse heraufbeschwören. Hohe Bälle und Fernschüsse indessen, waren regelmäßig eine sichere Beute für den DJK-Keeper Michael Jakusevic, der mit seinen klaren Aktionen sehr viel Sicherheit ausstrahlte und der Abwehr den erforderlichen Halt gab. Kapitän Oheim machte im Duett mit Roman Schmidt die Innenverteidigung zum Bollwerk und überzeugte mit fehlerlosem Aufbauspiel.

Felix Lehner und Thomas Sindelar überzeugten erneut durch eine enorme läuferische und kämpferische Leistung im defensiven Mittelfeld und wurden zum „Staubsauger“ vor der DJK-Abwehr. Im Sturm agierte die DJK variabel, wechselten doch Eugen Baumbach, Daniel Seegräber und Gabi Schimon häufig die Positionen und sorgten u.a. auch somit für die notwendige Entlastung der Abwehr. Baumbach und Seegräber zeigten sich läuferisch stark verbessert und beschäftigten die Abwehr des FC nach Kräften. Baumbach hatte Pech, als sein Schuss aus zentraler Position gegen Mitte der zweiten Halbzeit genau auf Torwart Wagner ging, der dadurch keine Mühe hatte, die Situation für den FC zu bereinigen. Jan Sedlak, der noch Anpassungsprobleme hat, hielt bis zur 70. Minute mit, ehe er für Adrian Graf Platz machte. Der musste – mangels Alternative – auf der für ihn ungewohnten Position auf der rechten Angriffsseite ran, wo er seine Sache aber gut machte und der Mannschaft in der entscheidenden Schlussphase half, den knappen Vorsprung über die Zeit zu retten.

Nachdem der FC in der ersten Halbzeit ganz offenkundig nicht zur Zufriedenheit seines Trainers gespielt hatte, setzte es zur Pause eine nicht zu überhörende Gardinenpredigt für die Kaltenbrunner Spieler. Nach dem Seitenwechsel wurde die Partie zunehmend hektischer und härter. Der Gastgeber sah mit fortschreitender Spieldauer seine Felle davonschwimmen und arbeitete zusehends mit der Brechstange. Seugast hielt jedoch dagegen und die Elf war nicht gewillt, sich noch die Butter vom Brot nehmen zu lassen.

Ihren sichtbaren Ausdruck fand die harte Spielweise gegen Mitte der zweiten Halbzeit, als Thomas Wurzelbacher nach einem rüden Ellenbogencheck für mehrere Minuten eine Nasenblutung am Spielfeldrand zu stillen hatte. Völlig außer Kontrolle zu geraten drohte die Partie in den Schlussminuten, als Schiri Norbert Ferstl Verteidiger Partrick Grünbauer nach einem taktischen Foul (Trikothalten) mit gelb-rot vorzeitig vom Platz schickte. Eine klare Tätlichkeit seines Kontrahenten Taiwo Adelus indessen, der nach dem Halten von Grünbauer wild mit den Fäusten um sich geschlagen hatte, ahndete Ferstl völlig inkonsequent nur mit der gelben Karte. Wenn auch nur noch zu zehnt, so brachte Seugast mit Kampfkraft und dem notwendigen Glück den knappen Vorsprung dennoch über die Zeit und die drei Punkte mit nach Hause.

Reinhold Koppmann

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