Spielbericht

Punkteteilung im Derby – Seugast eine Halbzeit lang in Unterzahl

Das Heimspiel gegen den Lokalrivalen FC Freihung endete vergangenen Sonntag 1:1 remis. Im Nachgang betrachtet man das Ergebnis im Kreise der Mannschaft sowohl mit einem lachenden wie auch mit einem weinenden Auge. Lachend deshalb, da die Elf von Spielertrainer Gabi Schimon in der zweiten Halbzeit nur noch eine Zehn war - sozusagen. Tomas Sindelar musste nämlich kurz vor dem Pausenpfiff mit gelb-roter Karte vom Platz. Freihung schaffte es aber trotzdem nicht, seine numerische Überlegenheit in einen Sieg umzumünzen. Das weinende Auge indessen, nimmt Bezug auf die vergebene Möglichkeit, dem FC Freihung – nach einer schon etwas länger andauernden Niederlagenserie – endlich mal wieder drei Punkte abzunehmen, was am vergangenen Sonntag durchaus machbar gewesen wäre, wäre der Gang der Ereignisse ein anderer gewesen.

Seugast musste aus verschiedenen Gründen für das Derby auf Stefan Schote, Adrian Graf, Patrick Pushard, Heinrich Schill sowie auf den Langzeitverletzten Markus Lang verzichten. Die Bank war mit Michael Dotzler, Sven Steen und Jan Sedlak besetzt. Daniel Seegräber und Markus Jakusevic waren jedoch zurück im Team. Nach einer kurzen Phase, in der sich beide Mannschaften gegenseitig abgetastet hatten, übernahm Seugast zunehmend das Kommando. Bereits in der 13. Spielminute schlug Tomas Sindelar einen langen Ball auf die linke Angriffsseite, den Daniel Seggräber noch erlaufen und auf Gabi Schimon zurückpassen konnte. Der verschaffte sich durch eine geschickte Körpertäuschung den notwendigen Freiraum und zog mit einem satten Schuss von der linken Strafraumkante aus ab. Der Ball drehte sich noch von FC-Keeper Jackson in Richtung der rechten Torecke weg, wo er – zum Jubel der Seugaster Fans – halbhoch und unhaltbar einschlug. Seugast blieb dominant – der FC war offenkundig beeindruckt –, versäumte es jedoch, in dieser Phase entscheidend nachzusetzen. Stattdessen ließ man den FC nach und nach ins Spiel kommen und verlegte sich – im Vertrauen auf die starke Abwehr – auf Konter. Diese Taktik war jedoch gefährlich, da Seugast – völlig unnötig – unter Druck kam und die Spielbalance verloren hat.

Aufgrund einer Fehlerkette in der Seugaster Abwehr gelang es in der 38. Spielminute sodann auch nicht mehr, den Ball entscheidend zu klären. Nutznießer dieser Situation war Gästestürmer Christian Bauer, der den Ball zum 1:1-Ausgleich einschob und somit – wie schon zuvor Schimon auf der Seugaster Seite – seinen sechsten Saisontreffer erzielte.

Bedingt durch die gelb-rote Karte für Sindelar in der 43. Spielminute wurde die Partie in der zweiten Halbzeit zu einem völlig anderem Spiel: Befanden sich beide Teams im ersten Durchgang – was die Spielanteile und die Trefferausbeute anbelangte – noch auf Augenhöhe, musste sich Seugast mit zehn Mann in der zweiten Halbzeit notgedrungen auf das Verteidigen beschränken. Schiedsrichter Weber bewies mit seiner Entscheidung, Sindelar vorzeitig in die Kabine zu schicken, wenig Fingerspitzengefühl, veränderte er doch damit – wie bereits dargestellt – die Kräfteverhältnisse der Partie völlig. Seine Entscheidung als solche war – nach Ansicht von Spielertrainer Schimon – auch in der Sache nicht gerechtfertigt.

Ungeachtet dessen war die DJK nicht gewillt, sich in das vermeintliche Schicksal einer dezimierten Mannschaft zu fügen und dem Gegner willfährig die Punkte zu überlassen. Mutmaßlich aus Angst vor einer Konzessionsentscheidung durch den Schiri – es mag auch noch andere Gründe für diese Entscheidung gegeben haben – nahm FC-Trainer Wiesneth zur Halbzeit den gelb vorbelasteten Tobias Schmidt vom Platz und ersetzte den Defensivspieler mit Dominik Spies durch einen weiteren Angreifer.

Nach dem Wiederanpfiff lieferte die DJK eine wahre Abwehrschlacht, die durch einen hohen läuferischen Aufwand gekennzeichnet war. Die gesamte Offensivabteilung der DJK rückte zurück und half die Lücken zu schließen, wobei die Position der Sturmspitze aufgelöst worden ist. Das Spiel bekam somit immer mehr den Charakter einer Handballpartie: Seugast verteidigte am Kreis und Freihung suchte über den Weg der Ballzirkulation die Lücke. Schön anzusehen war das Ganze für den Zuschauer nicht mehr. Die Partie bezog ihren Reiz einzig und allein noch aus der Fragestellung, wann es Freihung gelingen würde, den Abwehrriegel der DJK zu knacken, was jedoch während der folgenden 45 Minuten nicht mehr der Fall sein sollte. Allein Torwart Jakusevic parierte mehrmals in höchster Not und rettete Seugast den Punkt. Aber auch die verbliebenen neun Feldspieler der DJK gaben alles und zeigten eine große Moral.

Gegen Ende der Partie zählte Trainer Gabi durch geschickte Wechsel und Rückwechsel die Uhr herunter. Die Freihunger Mannschaft realisierte zusehends, dass ihr an diesem Tag kein weiterer Treffer gelingen würde. Gegen Ende der Partie verständigten sich die Spieler des FC im Geiste zusehends mit dem Gedanken, dass sie sich – wohl oder übel – mit einem Unentschieden zufrieden geben mussten. Aber auch die Spieler der DJK gingen mit gemischten Gefühlen vom Platz und brauchten eine gewisse Zeit, um die hektischen Ereignisse einordnen und bewerten zu können. Was der Punkt gegen Freihung letztendlich wert ist, wird sich – so das abschließende Fazit auf Seugaster Seite – erst noch in den kommenden Spielen zeigen müssen.

Zuschauer: 200

Reinhold Koppmann

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